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Bisher war die Soulcalibur-Reihe eher für ihre deftige Prügelkost auf diversen Heimkonsolen bekannt. Nun strebt Entwickler Namco an, die geschichtlichen Hintergründe des Universums rund um die beiden Schwerter Soul Edge und Soul Calibur als fesselndes Action-Adventure auf Nintendos Wii allen Fans von brachialen Hack’n’Slay-Einlagen näher zu bringen. Ob dies mit Ubisoft als großen Publisher im Rücken gelungen ist, erfahrt ihr wie immer in den kommenden Zeilen.
Zum Beginn des Spiels erwartet euch erst einmal – wie oftmals üblich – ein bombastisches Intro, welches in einem genial düsteren Manga-Look daherkommt und deutlich Lust auf mehr von Soulcalibur Legends sowie dessen Story macht. In dieser spielt man den blutjungen Recken Siegfried, der das Dämonenschwert Soul Edge aus seinem Schlaf befreit und sich sogleich daran macht, seinen Vater zu rächen und sich für dessen Tod bei dem bösen Sultan Barbaros zu revanchieren. Dieser ist allerdings im Besitz des Schwertes Soul Calibur, das Gegenstück zu Siegfrieds Soul Ege. Im Laufe dieser Reise trifft man auf einige bekannte Gesichter und muss diese zunächst einmal besiegen, damit Sie sich der eigenen Gruppe anschließen und als spielbarer Charakter zur Verfügung stehen. Aber auch das fröhliche Schnetzeln von überdimensionalen Endbossen und Gegnerhorden darf auf dem Weg zur Komplettierung des Soul Edge und dessen ganze Machtentfaltung nicht fehlen.
Alleine nicht mehr als lineares und monotones Schnetzeln
Nachdem man im Hauptmenü den Quest-Modus gewählt und die ersten Zwischensequenzen genossen hat, befindet man sich zugleich auf einer Landkarte, die einem im weiteren Spielverlauf immer mehr Missionen zur Wahl stellt. Deren Ziele sind allerdings alle meist recht identisch. Entweder kämpft man sich im Stile eines klassischen Dungeoncrawlers in einem Level von Raum zu Raum und dementsprechend von Gegnerhorde zu Gegnerhorde oder man befindet sich einfallsloserweise auf einer Art Plattform und muss einfach alle Feinde besiegen. Aufgewertet werden diese schnell zur Routine werdenden Erlebnisse lediglich durch einige Rollenspielelemente, wie das Aufleveln von Waffen oder das Freispielen neuer Charaktere - die alle samt eigene Attacken und Spezialangriffe beherrschen - oder durch das Einhalten eines gewissen Zeitlimits, um die Herausforderung abzuschließen.
Doch wie spielt sich Soulcalibur Legends denn eigentlich? Im Grunde kann diese essenzielle Frage gut mit einem Wort beschrieben werden: Durchschnittlich! Die Erkennung eurer Bewegungen mit Wii-Fernbedienung und Nunchuk geht weitestgehend in Ordnung, ist aber bei weitem nicht als perfekt zu bezeichnen. Hier führt man vertikale Hiebe, horizontale Schwünge oder gradlinige Stöße per Wiimote aus, ausgewichen wird durch Bewegung des Nunchuks in die gewünschte Richtung. Verknüpft man Ausweichen und Angreifen, ergeben sich so nett anzuschauende Kombinationen und Gefechte, die leider oftmals aufgrund von Gegnermassen einfach nur in wildem Geschwinge der beiden Controller ausarten. Mit dem A-Knopf visiert man in der Standardsteuerung Gegner an oder wechselt das automatisch angepeilte Ziel. Der C-Button lässt, sofern man genügend grüne Spiritorbs aufgesammelt hat, die eigene Waffe entflammen und einen vernichtende Spezialangriffe vollführen – die so genannten Spirit-Breacks. Mit „Z“ schützt man sich vor einfachen, gegnerischen Attacken – doch Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung!

Zu zweit der Eintönigkeit entfliehen
Namco sei mehr oder weniger dank, gibt es in Soulcalibur Legends auch einen Splitscreen-Multiplayer, in dem man entweder mit oder gegen einen Freund antreten kann. Im Menüpunkt „Gruppe“ bestreitet man nun maximal zu zweit die vorher in den Quests freigespielten Level in den Spielmodi „Co-Op“, „Wettkampf“ oder „Gegen“. Im kooperativen Spielbetrieb und steht’s bei vertikaler Teilung des Bildschirms, tritt man gemeinsam gegen Feinde an und bewegt sich dabei – wie schon aus dem Einzelspieler bekannt – von Raum zu Raum. Beim Modus „Wettkampf“ spielt man eine Mission unter Konkurrenzbedingungen, hierbei in Hinsicht auf Punkte, Zeit und weiteren Faktoren wie Kampfkombos. Der Modus „Gegen“ ähnelt indessen den üblichen Beat ’em Up-Einlagen der Soulcalibur-Reihe, da man sich hier solange bekämpft, bis eine der beiden Lebensanzeigen leer ist.
Schade, aber mehr als eine kurzweilige Zwischeneinlage ist der Zweispielermodus nicht. Der Schwierigkeitsgrad im Co-Op und im Wettkampf gleicht dem der Quests und mit doppelter Manneskraft oder gegebenenfalls geballter Frauenpower lassen sich die ohnehin schon sehr unintelligenten Gegner noch leichter bezwingen, was unweigerlich ein Durchrauschen durchs Level erzwingt, anstatt gemeinsamen Spielspaß zu generieren. Auch das gegeneinander Antreten verliert nach ein paar Austragungen seinen Reiz und sorgt bei dem ein oder anderem Teilnehmer schnell für reales Frustpotenzial, da meist der verliert, der seine beiden Controller nicht nur wild durch die Gegend zu wirbeln vermag.

Auch technisch ein zweischneidiges Schwert
Weniger solide als beim Gameplay und der Story präsentiert sich Soulcalibur Legends von seiner technischen Seite. Die eigenen Charaktere und vor allem die Spirit-Break-Moves sind zwar nett, farbenfroh und detailreich gestaltet, allerdings wirken diese in den gleich texturierten und strukturierten Levels etwas verloren. Leider kämpft man sich ebenso zu oft und lange durch stupide Gegnertypen, was die Abwechslung im Gesamtbild nicht gerade fördert. Des Weiteren scheint der allerletzte Feinschliff auch bei den Zwischensequenzen in Ingameoptik nicht von Statten gegangen zu sein, welcher sich für heutige Verhältnisse in vereinzelt matschigen Texturen sowie mangelhafter Kantenglättung widerspiegelt. Auch die eher suboptimal gelungene Third-Person-Ansicht und daraus resultierende Kameraführung ist dem Spielspaß alles andere als dienlich, da diese sich in den seltensten Fällen bestmöglich zum Kampfgeschehen positioniert. Was am Ende häufig ein nervendes, manuelles Nachjustieren erfordert oder gegebenenfalls auf Dauer wilde Fuchteleien nach sich zieht, um sich aus der schlechten Sicht – umringt von Feinden – zu befreien.
Doch kein Tadel ohne Lob, denn in Sachen Sprachausgabe, musikalische Begleitung und unterstützter Technik kann Soulcalibur Legends durchaus punkten. Hier bekommt man in bester Dolby Pro Logic II-Qualität sehr stimmige, englische Synchronsprecher zu packenden, Manga-artigen Geschichtssequenzen sowie orchestrale Sound in den Leveln geboten. Leider müssen deutsche Spieler so lediglich vorlieb mit gut verständlichen Untertiteln nehmen, bekommen zudem aber technisch noch die kompatiblen 50Hz/60Hz- sowie EDTV/HDTV-Bildschirmmodi geboten.
Fazit: Mit Soulcalibur Legends könnten Fans der Serie, die nur zu gern in die Geschichte der Kämpfer eintauchen wollen, einigermaßen glücklich werden, da diese weitestgehend spannend – wenn auch nur in Textform und einigen Zwischensequenzen im Manga-Look – dargeboten wird. Wer allerdings an ein Action-Adventure mit reichlich Hack’n’Slay und Massenschnetzelei recht wenige Ansprüche stellt und sich auch von einigen Abstrichen in Sachen Technik auf gutem PlayStation 2-Niveau nicht abschrecken lässt, der kann bei diesem Titel ohne mit der Wimper zu zucken zugreifen. Alle anderen sollten es sich lieber zweimal überlegen, ob Soulcalibur Legends wirklich was für Sie ist und den obligatorischen Gang zur nächsten Videothek nicht scheuen, bevor man das unliebsame Stück Software auf einem großen Online-Auktionshaus dann doch wieder zum Schleuderpreis versteigern muss.
Quelle: playwii.de







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