Mit Emergency Heroes, welches von Ubisoft Reflections und Ubisoft Barcelona entwickelt wurde, bringt der französische Hersteller, Publisher und Distribuent für interaktive Unterhaltungsprodukte laut eigenen Angaben ein Rennspiel in einer frei befahrbaren Stadt für Nintendos Wii auf den Markt, das sich an all diejenigen richtet, die schon immer einmal den Helden ihrer Träume selbst kontrollieren wollten. Wie es sich als Polizist, Feuerwehrmann oder Rettungsfahrer in Emergency Heroes spielt, erfahrt Ihr in den kommenden Zeilen.

Story und Gameplay für Sechs bis Zehnjährige

In Emergency Heroes übernimmt man die Rolle des ehemaligen Hero-Akademie Kadetten Zach Harper, der diese auf Grund eines tödlichen Unfalles eines Mitschülers bei einer Übung, an dem er angeblich Schuld gewesen sein soll, verlassen musste. Keine abgeschlossene Ausbildung, für immer aus der Traum vom erfolgreichen Lebensretter für den guten Zach? Nein, denn Captain Walters, Leiter der „Emergency Heroes Organisation“ – kurz EHO genannt – gibt euerm Alterego mit begnadeten Fahrkünsten und unerschütterlichen Gemüht noch eine zweite Chance. Also heißt es wieder rann ans Steuer von Verfolgungs-, Lösch-, Räum- sowie Rettungsfahrzeugen und dabei der beruhigenden Stimme eurer Kommunikationsexpertin Kelly Okada gelauscht, die einen im Kampf mit Anweisungen unterstützt, um die Metropole San Altos vor potenziellen Gefahren zu schützen.

Die geschichtlichen Hintergründe wären hiermit also geklärt. Wie man diese beim Spielen nun für sich interpretiert und ob einem solch eine Story im Jahr 2008 noch wirklich vom Hocker reißt, bleibt hier erst einmal wieder jedem selbst überlassen. Kommen wir nun einmal zur Steuerung von Emergency Heroes, denn diese ist auf Grund ihrer Einfachheit sehr intuitiv und im Angesicht, dass der Titel ein Rennspaß mit Actionelementen für Sechs bis Zehnjährige sein soll, gut gelungen. So hält man die Wiimote, wie bei vielen Spielen dieses Genre, quer in der Hand oder packt diese wahlweise zum Beispiel in ein Wii Wheel und lenkt mit geschickten Bewegungen nach links oder rechts sein Gefährt in die dementsprechende Richtung.

Gas gegeben wird mit 2, gebremst mit dem 1-Knopf. Der Gefahrensucher, welcher neue Herausforderungen auf einer Minimap in einem extra Menü markiert und bei Auswahl einer solchen den Weg mit Pfeilen auf der Straße markiert, wird mit dem Plus-Button betätigt. Angekommen am Zielort beginnt man eine Mission mit dem A-Knopf. Schneller durch die freibefahrbare Stadt San Altos bewegt man sich allerdings mit dem Heldenmodus, eine Art Nitro, der mit dem digitalen Steuerkreuz nach oben aktiviert wird und sich bei gelungenen Aktionen nach und nach wieder auffüllt. Die leider etwas unnütze Sirene aktiviert man mit einem Druck auf das untere digitale Steuerkreuz. Da diese aber nichts weiter als das übliche Gedudel mit sich bringt, ist sie leider nur schmückendes Beiwerkt zur Atmosphäre. Hat man einmal genug von Räuber und Gendarm oder klingelt der Pizzabote, pausiert man Emergency Heroes ganz simpel per Minus-Knopf.

Genügend Umfang und Spielmodi für ein bis zwei Helden

In Sachen Umfang im Einzel- oder Mehrspielerpart kann man Ubisoft bei diesem „Spiel für mich!“-Titel wohl kaum irgendwelche Vorwürfe machen. So hat die wohl doch etwas jüngere Zielgruppe, die nochmals bemerkt laut eigenen Angaben bei sechs bis zehn Jahren liegt, reichlich Motivation Emergency Heroes mehr als nur einmal oder gar nur wenige Stunden in das Laufwerk der weißen NewGen-Konsole zu legen. Denn mit der freibefahrbaren, futuristischen Stadt San Altos und den reichlichen Missionen, in denen man am Ende satte 48 Vehikel unterschiedlichster Art und Weise freispielen kann, zählt Emergency Heroes mit einem Preisdurchschnitt von rund 30 Euro wohl zu den Langzeittiteln für kleineres Geld.

Auch der Multiplayer kommt nicht zu kurz, wenn dieser auch nur zu Zweit spielbar ist, gibt es zu Beginn diverse Modi zu entdecken. Hier werden die einzelnen Segmente des Spiels, welche im Einzelspieler noch das große Ganze ergeben, fein säuberlich in sieben Bereiche aufgeteilt. Im Modus „Feuer“ begibt man sich in ein Wettrennen in Sachen Brandbekämpfung, wer als Erster die geforderte Zahl an Feuern löscht gewinnt. Bei einer „Verfolgung“ muss ein Spieler den anderen in einer vorgegebenen Zeit rammen, bei der „Bergung“ gewinnt derjenige, der als erster den angegebenen Versorgungspunkt erreicht. Nach diesen klassischen Teilsegmenten von Emergency Heroes wartet beim „Heldenrennen“ ein Wettrennen um Gefahrenorte und beim „Stadtrennen“ ein einfaches Rennen durch die Straßen der Metropole auf einen. In dem Spielmodus „Bombenübergabe“ muss der jeweilige Gegenspieler gerammt werden, um das explosive Stück zu überreichen. Ist die vorgegebene Zeit abgelaufen, geht diese hoch. Zu guter letzt wartet im Mehrspielerbereich das „Sturmrennen“ auf einen, welches mit Sprüngen, Hindernissen und Slalomparcours die Straßen säumen. Im Laufe des Hauptspiels können zudem neue Mehrspielerrennen freigeschaltet werden.

Kein Spiel ohne Kritik und die lauert bei der Umsetzung

Vorab muss man hier strickt erwähnen, dass sich Ubisoft wohl dem Altersdurchschnitt und Spielemitje in diesem Teil angepasst hat. Denn wo die Steuerung des Ganzen noch mit deren Einfachheit glänzt, versagen diese und der mittelmäßige Rest leider beispielsweise bei der Genauigkeit der Umsetzung. Teilweise steuern sich die Gefährte wie nasse Schwämme auf glitschigem Seifenboden und selbst das junge Zielpublikum dürfte, ohne schnellst möglich nach einer Brille zu greifen, sich über eine Stadt aus Glas und Stahl im matschigen Cel-Shading-Look nicht lange freuen. Hier wäre wie immer deutlich mehr Potenzial gewesen, was dem Spiel am Ende deutlich Punkte kostet.

In Sachen Atmosphäre will an sich auch nicht viel Stimmung aufkommen. Die Stadt wirkt recht generiert und bietet kaum Sehenswürdigkeiten oder erinnerungswürdige Schauplätze. So hat man am Ende eher das Gefühl willkürlich von einer Mission zur Nächsten durch die Gegend zu rauschen, ohne wie beispielsweise in Grand Theft Auto (GTA) die Umgebung genießen bzw. gar bewundern zu können. Auch im Bereich Sprachausgabe wurde sich kein großer Zacken aus der Krone gebrochen. Hier warten lediglich vertonte Bilder der Charaktere sowie an einigen Stellen sogar etwas abgehackte und belanglose Dialoge auf den angehenden „Emergency Hero“.

Als kleines, großes Trostpflaster spendierten die Entwickler dem Titel wenigstens ein 50/60Hz-Modus sowie eine EDTV/HDTV-Kompatibilität, um das in der Umsetzung recht mittelprächtige Emergency Heroes auch auf größeren Abspielgeräten wiederzugeben. Schade ist allerdings, dass auf Dolby Prologic II verzichtet wurde, was dem Spiel wenigstens in Sachen unterstützter Technik und Kompatibilität noch weitere Pluspunkte gebracht hätte.

Fazit: Mit Emergency Heroes präsentiert Ubisoft leider nur ein mittelprächtigen Renntitel mit Polizei-, Feuerwehr sowie Rettungseinlagen, der auf der einen Seite der Medaille mit einer intuitiven Steuerung sowie reichlich Inhalt für die jüngere Generation Spieler glänzen kann, auf der anderen Seite allerdings wieder mit technischen Mängeln bei der Umsetzung zu kämpfen hat. Angehende Kadetten der Heroe-Akademie in Form von Zach Harper, die über solche Mankos dagegen hinwegsehen können, machen nichts falsch und sollten ein Anspielen allemal wagen, um wirklich herauszufinden ob Emergency Heroes wirklich den Traum des Helden erfüllen kann.

Quelle: playwii.de


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