Wenn man den Namen LEGO Indiana Jones hört, dann muss man unweigerlich an den Vorgänger LEGO Star Wars denken. Travelers Tales hat das LEGO-Franchise zum ersten Mal nicht in einer weit entfernten Galaxie vor einer langen Zeit angesiedelt, sondern ist auf der Erde geblieben und die 30er Jahre sind auch noch nicht so lange her.

Mit Indiana Jones wird bereits das zweite Franchise in die Welt der bunten Steinchen verfrachtet und das alte Erfolgsrezept wurde beibehalten: Mit mindestens zwei Charakteren, natürlich als LEGO-Figuren, läuft man durch Levels, die Schlüsselszenen aus den Filmen nachempfunden sind und zerstört dabei alles, was aus den beliebten Klötzchen aufgebaut ist. Das ganze wird gewohnt durch einige in der Regel simple Rätsel aufgelockert. Das ganze hat mit Star Wars schon Spaß gemacht und macht auch in den Dreißigern ähnlich viel Spaß, vor allem, da der pantomimische Humor der Zwischensequenzen mindestens genauso gut ist.

Zurück in die Zukunft ohne Laserschwert

Zwar hat Indy nach den Ereignissen in Star Wars gelebt, allerdings ging es bei ihm wesentlich Handfester zu als „vor langer Zeit“. So gibt es keine Lichtschwerter oder Blaster, sondern hier wird noch mit den Fäusten gekämpft. Diese stellen dann auch Indies Standardwaffe dar, allerdings kann er auch die Schießeisen seiner Gegner gebrauchen oder auch Gegenstände aus der Umgebung verwenden, wie Stühle, Flaschen oder Fackeln, letztere kann man sogar werfen. Diese Neuerungen im Kampfsystem sind sowohl gut umgesetzt als auch extrem witzig anzusehen. Auch wird dieses System bei diversen Bosskämpfen eingesetzt, wo man z.B. einen Gegner hinter einer Flammenwand mit Flaschen oder ähnlichem bewerfen muss, wodurch es mehr als ein einfaches Gimmick ist.

Besondere Fähigkeiten sind nun auch nicht mehr an Charaktere gebunden, sondern an Items. Dadurch sind die Charaktere nicht mehr auf ihre eigentliche Rolle eingeschränkt, sondern können jede Tätigkeit ausüben, solange sie das passende Item finden. Ausnahmen gibt es allerdings bei zwei Charaktertypen: Nur Indy kann seine Peitsche benutzen und nur Frauen können hoch springen.

Dies sind auch die größten Unterschiede zum Vorgänger, der Rest des Spiels fühlt sich genauso an wie LEGO Star Wars, nur siehts es aus wie aus Indy. So ist die Cantina durch das Bernard College ersetzt worden und es gibt keine Räume mehr, sondern wählt die Levels auf Karten aus. Stilecht ist dabei der Ladebildschirm, welcher durch den roten Balken, der sich über die Karte zum Zielort bewegt, dargestellt wird.


Sehen irgendwie gleich aus

Grafisch hat sich kaum was zum Vorgänger geändert, was auch schwer geht, da LEGO-Steine kaum detaillierter werden können. Das wirkt sich auch auf den Vergleich mit den anderen Versionen des Spiels aus, denn ob auf der Xbox 360 oder der Wii, der Unterschied ist nur schwer auszumachen. Dies soll aber nicht heißen, dass das Spiel schlecht aussieht. So sind die Schauplätze imemr erkennbar und die Mischung aus LEGO-Konstrukten und „normaler“ Landschaft ist immer stimmig. Auch bleibt selbst bei größeren Handgemengen mit einigen Explosionen die Framerate konstant hoch.

Musikalisch wird einem der Original-Soundtrack von John Williams geliefert und dieser ist nicht nur passend zum Spiel, sondern wurde auch an den entsprechenden Filmstellen eingesetzt.

Wer soll das denn sein?

Trotz der süchtig machenden Spielmechanik hat LEGO Indy einen gravirenden Schwachpunkt: Die Charaktere. Leider bietet das Franchise nicht solche Ikonen wie Luke Skywalker oder Darth Vader. Es gibt nur wenige einprägsame Gesichter in den Filmen, daher sind die meisten freischaltbaren Figuren für den ein oder anderen eher irgendwelche Gestalten ohne Namen oder Persönlichkeit und da Indy in jedem Level mitspielt, kann man diesen auch gut ein Dutzend mal in jeweils anderen Kostümen freischalten. Dies enttäuscht doch sehr, da ein wichtiger Spaßfaktor in LEGO Star Wars die Charaktere waren.


Ran ans Werk

Die Level in Lego Indy sind alle nach einem ähnlichen Muster aufgebaut: Am Anfang und am Ende hat man eine humorvolle Zwischensequenz und dazwischen haut und rätselt man sich durch den Level selbst und sammelt dabei so viele Steinchen und Schätze wie möglich. Mit diesen Dingen schaltet man dann weitere Charaktere und Bonuslevel frei, allerdings kann man nie alles beim ersten Mal bekommen, denn sobald man den Level einmal durch hat wird das freie Spiel freigeschaltet. Dort kann man dann mit allen möglichen Charakteren den Level bestreiten, ohne auf die Storycharaktere beschränkt zu sein und hat so die Möglichkeit alle Schätze des Levels zu finden. Diese Schatzsuche stellt auch die Hauptmotivation im Spiel dar, denn nur so kann man alles freischalten. Ganz findige Abenteurer werden dabei auch auf einige Gastauftritte anderer Figuren stoßen. Leider ist dieser ähnliche Aufbau der Levels mit der Zeit ermüdend und man verliert schonmal die Motivation weiterzuspielen, da man weis, dass der nächste Level fast genauso wird wie der gerade abgeschlossene sein wird.

Die Steuerung im Spiel selbst ist allerdings sehr gut, denn man hat hier die bewegungssensitive Steuerung der Wiimote zu einem Gimmick degradiert und das ist in diesem Fall auch gut so. Der Analogstick ist für die Bewegung da, mit A springt man, B lässt die Fäuste fliegen, mit Z macht man sich die besonderen Fähigkeiten zu nutze und mit C wechselt man die Charaktere. Wenn man die Wiimote passend zur Spezialfähigkeit bewegt, dann wird diese beschleunigt, was hilft, aber nicht unbedingt notwendig ist. Einzig bei Indy wird dadurch die Peitsche aktiviert und es ist doch recht cool mal Indys Peitsche selbst schwingen zu dürfen, statt nur einen Knopf drücken zu müssen.


Zusammen machts doch mehr Spaß!

Highlight ist, wie auch schon bei den Vorgängern, der Multiplayermodus. So kann man mit einem Freund zu zweit sich durch die Indy-Trilogie kämpfen und muss sich nicht mehr auf die KI verlassen. Diese kann übrigens die Gegner nur betäuben und nicht erledigen, was manche Rätsel doch erschwert, da man immer selbst eingreifen muss. Der Partner steuert im Storymodus immer einen von Indys Freunden, während Spieler eins normalerweise Indys Rolle übernimmt. Da der Partner nun menschlich ist, können einige Rätsel besser bewältigt werden als mit der KI und er kann auch richtig Rückendeckung geben. Viele Rätsel würden alleine einen häufigen Wechsel der Charaktere erfordern, damit z.B einer Plattformen verschiebt und der andere über diese springt. Durch menschliche Beihilfe werden diese Abschnitte vereinfacht und verkürzt. Das Sahnehäubchen ist auch hier der Humor, denn es macht einfach mehr Spaß zusammen zu lachen als allein.

Fazit

Gut

Fazit: LEGO Indiana Jones gehört zu den besseren Spielen auf der Wii, ist allerdings nicht so gut wie LEGO Star Wars: The Complete Saga. Zwar sind die Rätsel einfallsreicher und das Item- und Kampfsystem toll gemacht, allerdings mangelt es an der Sympathie der Charaktere. Diese sind nun einmal nicht so bekannt wie die Damen und Herren aus Star Wars und auch ist das Spiel nicht so Abwechslungsreich wie der Vorgänger, da die Levels doch überwiegend nach „Schema F“ gespielt werden können. Nichtsdestotrotz ist es ein gutes Spiel zu dem man greifen sollte, besonders wenn man Indy-Fan ist, denn die Filme sind grandios umgesetzt und man findet sich sofort darin wieder.

Quelle: playwii.de



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