
Der Begriff Suda 51 steht mittlerweile nicht mehr nur für eine Person, vielmehr verbinden wir ein ganzes Studio mit diesem Namen, gar eine bestimmte Art Spiel oder auch ein Genre an sich. Vor allem durch das für den Nintendo GameCube, später aber auch für Sonys PlayStation 2 erschienene Action Spiel „Killer 7“, welches zwar durch seine exzessive Gewaltdarstellung auf sich aufmerksam machen konnte, nicht zuletzt aber aufgrund des einzigartigen Cel-Shading Looks überzeugte, wurde vielen Spielern Suda 51 und sein Studio „Grasshopper“ ein Begriff. No More Heroes bleibt dem bekannten Stil treu und wird alle Fans des Entwicklers, welcher sein Studio als Video-Game-Band bezeichnet, auf jeden Fall begeistern. Bekannte Elemente aus Killer 7 aufgreifend, will No More Heroes nicht nur Hommage sein, sondern auch das bieten, was sich viele von dem gleichermaßen genialen wie auch kranken Killer 7 erhofft haben. In weiten Teilen gelingt dies, warum sich der Titel aber allzu oft leider selbst übernimmt und was ihn trotzdem auszeichnet, erfahrt ihr in unserem Spielbericht.
Kommt es oder kommt es nicht, wird es indiziert oder geschnitten und welche Freigabe erhält es - sollte es hier erscheinen? Fragen über Fragen, welche im Vorfeld des No More Heroes-Erscheinens offen waren. Nachdem sich Grasshopper von Capcom gelöst hatte hing das Spiel lange Zeit in der Luft und wurde in Zusammenarbeit mit Marvelouse Interactive fertiggestellt. In den USA von Ubisoft gepublished, nahm sich in Europa Rising Star Games dem Titel an und sorgte für den Vertrieb hierzulande. Der Partner für Deutschland war zudem Eidos, wodurch die vollständige Verwirrung komplett wurde. Trotz diesen vielen Hürden erschien „No More Heroes“ nun in einer eingedeutschten Version mit einer Freigabe ab 16 Jahren, wodurch dem Spiel einiges an Elementen aus dem Original genommen wurde. Da wir allerdings damit leben müssen was wir haben, wollen wir die Tatsache dass die europäische Version des Spiels geschnitten wurde (Blut, Gewaltdarstellung) nicht weiter ansprechen.

Bevor wir zum eigentlichen Spiel kommen soll ein kleiner Absatz der Bedienungsanleitung gewidmet werden, da diese überraschend gut ausgearbeitet wurde und nicht zuletzt durch die farbliche Gestaltung überzeugt. Komplett in Deutsch durchmischen nette, themenbezogene Comics ausführliche Hinweise zu Steuerung und allen möglichen Features. Ein Lob, wer auch immer dafür zuständig war.
Ohne große Umschweife beginnt ihr das eigentliche Spiel direkt in eurer kleinen aber feinen Wohnung in einem mittelmäßig schäbigen Motel in der Stadt des gesamten Spektakels - Santa Destroy. Passend zum Namen der Stadt gestaltet sich auch die Handlung, welche sich Suda typisch - so mag man meinen - um das Dasein als Auftragskiller handelt. Ihr seid die Nummer 11 in der Rangliste von Auftragskillern und wollt um jeden Preis die Nummer 1 werden. Mehr Handlung bietet das Spiel grundsätzlich nicht. Um den Spielablauf aber nicht zu trocken und eintönig zu gestalten teilten die Entwickler das Gameplay in verschiedene Elemente auf. Die Rangkämpfe selbst und das Alltagsgeschehen als solches. Letzteres orientiert sich an Spielen wie GTA und bietet eine frei befahr- und begehbare Stadt in der man gut 3/4 des gesamten Spiels verbringt. Grundsätzlich ist es so, dass ihr um einen Rangkampf zu bestreiten eine stetig steigende Startgebühr aufbringen müsst, welche ihr euch zwischenzeitlich verdienen müsst. Hier stehen zwei unterschiedliche Bezugsquellen zur Verfügung, einmal das Job Center sowie das so genannte K-Entertainment. Letztere versorgt euch mit Attentäter Missionen, welche grundsätzlich alle gleich aufgebaut sind. Ihr müsst zu dem auf eurer Karte markierten Punkt fahren und alle anwesenden Gegner töten. Gelingt einem dies, so sprudelt das Geld nur so auf dem Konto. Die andere Alternative ist wesentlich friedlicher. Die euch angebotenen Minijobs reichen vom Säubern der Stadt über das Einfangen entflohener Katzen bis hin zum Rasenmähen oder Fangen von Skorpionen. Dieser starke Kontrast, welcher durch die Aufgaben zum Ausdruck kommt, findet sich in dem gespaltenen Charakter unserer Hauptfigur wieder, welcher einerseits zwar der beste Killer des Universums werden möchte, andererseits durch seine jugendliche Art auch den Sinn für normales und seine Umgebung nicht vergisst. Generell ist die Entwicklung und Darstellung der verschiedenen Figuren das, was den Spieler am meisten fesselt. Jede Person ist einzigartig und wurde haarklein ausgearbeitet, was vor allem bei euren Gegnern auffällt und den Spieler wahnsinnig in den Bann ziehen kann.

Falls ihr mit eurem verdienten Geld nicht sofort in den nächsten Rangkampf gehen wollt, besteht die Möglichkeit eure körperlichen Skills sei es Kraft, Ausdauer oder Geschwindigkeit im ortsansässigen Fitnesscenter zu verbessern. Ebenfalls möglich ist es neue Beam Katana zu erwerben, was allerdings nicht wirklich von Nöten ist um gut durchs Spiel zu kommen. Abwechslung mit allerhand Minigames, Anspielungen auf bekannte Serien und Seitenhiebe auf Killer 7 machen alles in allem wahnsinnig viel Spaß.
Bei der Entwicklung des Spiels entschied man sich seitens Grasshopper bewusst auf zu viel „Waggle“ mit der Wii Remote zu verzichten. So habt ihr während des normalen Gameplays kaum eine Möglichkeit die Wiimote wirklich einzusetzen. Einzig die Höhe eures Beam Katanas ist variierbar, je nachdem wie ihr euren Controller haltet. Dies ist allerdings nicht nur ein kleines Gimmick, hierdurch könnt ihr gezielt Blockversuche eurer Gegner durchbrechen. Dass die Jungs und Mädels von Grashopper aber dennoch mit dem Wii Controller wissen umzugehen zeigen die Nebenmissionen. Sei es Krafttraining im Gym oder die Minijobs. Hier werden die Bewegungssensoren in den zu absolvierenden Minispielen gut genutzt. Trotz des bewussten Weglassens von Schlagfunktionen vermisst man mittlerweile nach Spielen wie Zelda, Prince of Persia o.ä. diese Möglichkeit, auch wenn sie das Geschehen auf dem Bildschirm nicht 1:1 widerspiegelt. Die Steuerung eures motorisierten Gefährts ist leider mäßig gelungen und lässt sich eigentlich nur aus der Ego Perspektive halbwegs vernünftig steuern.

Ein Punkt der das Spiel zum Teil sehr belastet ist die Grafik, welche sich mit unter in tollem Cel-Shading präsentiert, allzu oft aber einfach nur viel zu lieblos und schlecht programmiert vor die Augen des Spielers geklatscht wurde. Einerseits voller Details, andererseits wahrhaft schrecklich ist die Amplitude zu groß, um wirklich punkten zu können. Dazu kommen technische Probleme wie Grafikfehler, seltene aber dennoch vorhandene Slow Downs und einfach unsaubere und wenig flüssige Animationen. Schade, hier fehlt dem Spiel wesentlicher Feinschliff. Im Gegenzug dazu ist der Sound sehr gut gelungen, angefangen von der englischen Sprachausagabe bis hin zu den einzelnen Sounds. Dennoch haben sich auch hier zum Teil Fehler eingeschlichen, so kommt es vor, dass beispielsweise eigentlich deutsche Untertitel zwischenzeitlich zu Spanisch wechseln. Muss das sein?
Quelle: playwii.de







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